Velometrik© Satteldruckanalysematte "SmartCover"

Vorläufige Benutzungsanleitung

(Stand: 31.1.2018; Alle Rechte vorbehalten)

Die Analysesoftware

Bedienoberfläche
  1. Dynamisches Druckbild
  2. Erste Durchschnittsmessung
  3. Vergleichsdurchschnittsmessung
  4. Auswahl d. Sattelmaske
  5. Einstellung f. Aufzeichnungslänge
  6. Umschalter zwischen Vergleichsanzeige und absoluten Messwerten
  7. Erfassung der Kunden-Mailadresse
  8. Software beenden
  9. Einstellmöglichkeit für den Kontrast des Druckbildes
  10. Anzeige für den Maximaldruck
  11. Erste Aufnahme starten
  12. Zeit bis zum Beginn der Aufnahme
  13. Ladebalken zur Anzeige der Aufnahmedauer
  14. Messwerte inkl. Informationen speichern
  15. Druckmessbild als JPG exportieren
  16. Gespeicherte Messdaten laden
  17. Sattelhersteller erfassen
  18. Satteltyp erfassen
  19. Sattelmaske anzeigen
  20. Freitextfeld für beliebige Bemerkungen
  21. Durchschnittlicher Druck auf dem Sattel
  22. Maximaler Druck auf dem Sattel
  23. Druckverhältnis zwischen Sattelnase und Sitzfläche
  24. Druckverhältnis zwischen linker und rechter Sattelseite

Der Einstieg

Diese Anleitung vermittelt Ihnen das erforderliche Grundwissen zum Umgang mit der Velometrik© Satteldruckmatte im Zusammenspiel mit der zugehörigen Software. Lesen Sie sich diese Anleitung bitte sorgfältig durch und vertiefen Sie Ihr Wissen mit eigenen Experimenten, bevor Sie be­ginnen, Ihre Kunden zu beraten.

Zuerst einige allgemeine Betrachtungen zum Thema Fahrradsattel und zu der Frage, warum ein Sattel als angenehm empfunden wird oder eben nicht.

Jeder Radfahrer besitzt ein gewisses Gewicht, von dem ein gewisser Teil auf den Sattel drückt. Wie groß dieser Teil ist, hängt im wesentlichen von zwei Dingen ab:
• In Abhängigkeit von der Sitzhaltung landet ein mehr oder weniger großer Teil des Gewichts auf dem Lenker.
• In Abhängigkeit von der Sportlichkeit des Fahrers geht (bei einem sportlichen Fahrer) ein großer oder (bei einem gemächlichen Fahrer) ein kleinerer Teil des Gewichts in die Pedale.

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie für den Fahrer ändern können:
• Sie können ihm einen für ihn besser geeigneten Sattel geben.
• Sie können den Lenker anders justieren, um die Sitzhaltung anzupassen.
• Sie können den Sattel besser justieren.

Doch es gibt etwas, das Sie nicht verändern können: Das ist der Gesamtdruck, den der Fahrer auf den Sattel bringt.
Nun besteht die Kunst darin, den Sattel so auszuwählen und einzustellen, dass dieser Gesamtdruck optimal verteilt wird. Denn unangenehm sind Druckspitzen, die über einen längeren Zeitraum auf dieselbe Körperstelle einwirken.

Generell ist der Sattel der angenehmere, der den Gesamtdruck möglichst breit verteilt.

Man kann das beim Vergleichen zweier Bilder schnell erkennen. Mit ein wenig Übung erkennen Sie grobe Probleme auch ohne Vergleichsbild.
Wir empfehlen Ihnen zum Erlernen des Umgangs mit dem System, selbst drei bis vier Sattel zu testen, eine persönliche Rangliste aufzustellen und dann die auf Ihrem Fahrrad aufgenommenen Druckbilder zu vergleichen - untereinander und mit dem, was Sie beim Fahren mit dem entsprechen­den Sattel empfinden. Tun Sie das auch mit verschiedenen Einstellungen, denn weiterhin gilt:

Es gibt unterschiedlich empfindliche Körperstellen. Nötigenfalls muss Druck von einem empfindlichen auf einen weniger empfindlichen Bereich umgelenkt werden.

Zum richtigen „Lesen“ der Druckbilder, müssen Sie zunächst die Farben interpretieren können. Diese gehen immer von dunkelblau bei minimalem Druck über grün und gelb zu rot für den maximalen Druck. Es gilt also:

Der höchste gemessene Druck wird immer rot dargestellt, unabhängig davon wie groß er ist, unabhängig davon ob er wahrscheinlich unangenehm ist oder nicht.

Das ist sinnvoll, weil so das vorhandene Farbspektrum trotz starker Unterschiede bei den gemessenen Werten von Fahrer zu Fahrer immer voll ausgeschöpft wird.
Schauen Sie sich nun bitte die folgenden zwei Bilder an. Einer der Sattel wurde als unangenehm empfunden, der andere war für denselben Fahrer das Optimum.

Sattel 1 Sattel 2

Auf den ersten Blick scheint Sattel 2 der unangenehme zu sein, weil sein Druckbild mehr rot enthält. In Wahrheit sagen die beiden Druckbilder aber etwas anderes aus: Bei Sattel 2 ist der Druck, insbesondere bei den höheren Drücken, auf eine sehr viel größere Fläche verteilt, was wesent­lich angenehmer ist, als die Konzentration von viel Druck auf einen sehr kleinen Bereich bei Sattel 1.
Was man hier noch nicht sieht ist, dass das Druckmaximum bei Sattel 2 niedriger ist als bei Sattel 1. Wie Sie das mit unserer Software erkennen, er­fahren Sie weiter unten.

Was Sie über die Satteldruckanalysematte wissen sollten

Bevor Sie zur Praxis übergehen, müssen Sie noch einiges über die Druckmatte wissen.

Es handelt sich um ein weiches, druckempfindliches Material, von dem an über 400 Messpunkten Daten abgenommen werden. Die Matte ist größer, als es für die meisten sportlichen Sattel erforderlich wäre. Das hat den Vorteil, dass Sie für verschiedene Sattel nicht unbedingt verschiedene Druckmatten brauchen, erfordert aber auch, dass Sie folgendes beachten müssen:
Druck entsteht in der Matte nicht nur, wenn man sie zusammendrückt, sondern auch, wenn sie geknickt wird. Das führt dazu, dass an den Sattel­kanten meist Druck angezeigt wird, der in seiner Größe bis an das maximal Messbare gehen kann, das weit über den normalerweise auftretenden Drücken liegt.

Diese Drücke würden ohne Gegenmaßnahme in die Messungen einfließen und für unbrauchbare Ergebnisse sorgen. Die Gegenmaßnahme besteht darin, die Messpunkte am Rand so weit auszublenden, dass sie keine Rolle mehr spielen. Sie tun das durch Auswäh­len einer geeigneten Maske. Das ist damit vergleichbar, dass Sie eine kleinere Matte aufziehen, geht aber viel schneller.

Druckpunkt und Anzeige bei Störung durch Knick

Der obige Ausschnitt aus der Bedienoberfläche zeigt einen hohen Druck an der hinteren Sattelkante. Dass dieser Druck sogar extrem hoch ist, er­kennen Sie an der Anzeige für den Maximaldruck, bei der der rote Balken bis zum Ende, also bis zum maximal Messbaren geht. Sobald Sie aber eine Maske gewählt haben, die diesen störenden Messpunkt ausschaltet, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Die abgeschalteten Messpunkte sind grau dargestellt und der rote Balken ist fast verschwunden. Zu sehen sind noch zwei kleine Druckstellen, von denen die linke dem momentanen Maximaldruck ausgesetzt ist. Der ist aber so gering, dass er ignoriert werden kann. Dass dies tatsächlich so ist, erkennen Sie an dem fast nicht vorhandenen Ausschlag bei der Maximumanzeige. Diese kleinen Punkte stören also nicht und da sie oft ohne sicht­bare Einwirkung flackern, sprechen wir hier auch von einem „Rauschen“.
Eventuell können Sie beobachten, dass der extrem hohe Druck bereits zurückgeht, wenn sich jemand auf die Matte setzt. Verwenden Sie trotzdem eine Maske, denn i.allg. bleibt ein, wenn auch kleinerer so doch immer noch verfälschender Druckpunkt.

Unten sehen Sie eine Gegenüberstellung. Einmal ohne und einmal mit einer ausgewählten Maske. Sie können im Maskenmenü (Bedienoberfläche [4]) eigene Masken erstellen, anpassen und speichern.

Messbild ohne Maske Messbild mit aktiver Maske

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um in die Praxis zu schreiten.

Der Sattel muss montiert sein, und sollte bereits ausge­richtet sein. Das Fahrrad steht am besten auf einem Rollentrainer und muss für den Fahrer eingestellt sein.

Bevor die Sattelmatte übergezogen wird, ist ein Probesitzen ohne Matte zu empfehlen, denn, obwohl die Matte relativ dünn ist, verändert sie doch das Sitzgefühl. Es ist erfahrungsgemäß leichter, mit der Sattelmatte die richtige Sitzposition zu fin­den, wenn man kurz zuvor ohne Matte „probegesessen“ hat.

Streifen Sie die Sattelmatte nun über den Sattel. Achten Sie darauf, dass die längs der Mitte angebrachte Markierungsnaht entlang der Sattelachse verläuft. Ziehen Sie die hinten befindliche Kordel nur so fest, dass die Matte beim Daraufsetzen nicht verschoben wird. Zu starkes Festziehen kann zu viele der störenden Knickdruckpunkte erzeugen.

Die Sattelmatte muss, sofern noch nicht geschehen, mit dem System verbunden und die Auswertungssoftware danach gestartet werden. Las­sen Sie sich mit dem Starten nach dem Anschließen ein paar Sekunden Zeit um dem System die Initialisierung zu ermöglichen. Nach dem Starten der Software muss nochmal etwas gewartet werden, bis sich Analysesoftware und Mattencontroller synchronisiert haben.
Jetzt kann, wie oben beschrieben, eine Maske ausgewählt werden.

Behalten Sie die gewählte Maske für die gesamte Analyse bei! Druckbilder, die mit unterschiedlichen Masken aufgenommen wurden, sind nicht miteinander vergleichbar.

Um ein auswertbares Druckbild zu erhalten, muss über einen gewissen Zeitraum aufgezeichnet und gemittelt werden.
Sie starten die Aufzeichnung durch Anklicken des linken oder rechten Kamerasymbols (Bedienung1). Das Auf­zeichnen beginnt nach der eingestellten Verzögerungszeit, dem „count down“, und geht über das links eingestellte Aufzeichnungsintervall (Bedienung2). Beim Aufzeichnungsstart muss die richtige Sitzposition bereits eingenommen sein. Hin- und Herrutschen während der Aufzeichnung ist zu vermei­den. Wenn das passiert, sollte von vorn begonnen werden. Der im Bild sichtbare, graue Fortschrittsbalken (Bedienung3) verschwindet während des count downs nach links und geht während der Aufzeichnung wieder nach rechts, so dass Sie immer genau sehen, wieviel Zeit noch bleibt. Benutzen Sie die einstellbare Verzögerung, um selbst zu experimentieren! Stellen Sie sie dazu so groß ein, dass Ihnen genug Zeit bleibt, um auf dem Fahrrad Platz zu nehmen und die richtige Sitzposition zu finden.

Bedienung

Schauen Sie sich auch das Livebild links in Ruhe an, während Sie auf dem Fahrrad sitzen. Können Sie dort sehen, was Sie fühlen? Beobachten Sie das genau und probieren Sie mit verschiedenen Satteln und Einstellungen. Das wird Sie in Zukunft in die Lage versetzen, die Probleme Ihrer Kun­den anhand des Druckbildes nachzuvollziehen.
Mit dem ersten Druckbild haben Sie gleichzeitig ein erstes Referenzbild, das als Ausgangsbasis für alles weitere dient.

Die Druckauswertung folgt dem Prinzip des Vergleichs einer unbekannten Größe mit einer bekannten Größe.

Mit dem ersten Druckbild haben Sie eine Referenz, welche Sie mit weiteren Bildern vergleichen, um heraus­zufinden, welches besser ist. Dabei steht „besser“ für „breiter verteilter Druck und geringeres Maximum bei möglichst wenig Druck an empfindli­chen Stellen“. Jedes weitere (meist das bessere) Bild kann nun seinerseits als Referenz für weitere Vergleiche dienen. Sie vergleichen sukzessive im­mer nur zwei Bilder miteinander, so lange bis sich keine weiteren Verbesserungsmöglichkeiten mehr finden.
Das nachfolgende Bild ist ein Beispiel für das, was Sie nach zwei Aufzeichnungen zu sehen bekommen.
Alles sieht so aus wie bei den eingangs gezeigten Bildern und muss auch genauso beur­teilt werden. Allerdings haben Sie jetzt die Möglichkeit, die Anzeige in den Vergleichsmodus umzuschalten (Checkbox „Vergleich“ links). Im Vergleichsmodus wird das größere der Maxima beider Sattel als Referenzwert für die Farbgebung verwendet, so dass ein deutlich anderes Bild entsteht:
Jetzt deutet das Rot im linken Sattel auf ein Problem, das der rechte Sattel nicht hat. Schalten Sie einfach den Vergleichsmodus an und aus. Das sich dabei verändernde Druckbild zeigt den besser geeigneten Sattel.

Absolutmodus Vergleichsmodus

Für eine Sattelberatung wer­den Sie i.allg. mehr als zwei Druckbilder aufnehmen müs­sen. Um ein aufgenommenes Bild zu speichern, drücken Sie die Taste mit dem Disketten­symbol.
Vorher ist es Empfehlenswert die Emailadresse des Fahrers sowie Sattelmarke und -typ eintragen. Andernfalls ist die Zuordnung das gespeicherte Druckbild schwieriger.

Druckbilder speichern

Gespeichert wird im Dateiverzeichnis des Systems. Zuerst erscheint der Auswahldialog für das Verzeichnis.

Voreingestellt ist ein Verzeich­nis mit dem Namen „Sattel­druckbilder“. Sie können ein­fach OK drücken, um dieses auszuwählen. Wenn die An­zahl der gespeicherten Bilder größer wird, ist es sinnvoll, Unterverzeichnisse anzule­gen. Sie tun dies, indem Sie im Eingabefeld „Auswahl:“ hinter dem Verzeichnisnamen einen Schrägstrich „/“ gefolgt von dem neuen Verzeichnis eingeben. Um das eingegebe­ne, neue Verzeichnis anzule­gen und auszuwählen, drü­cken Sie zweimal OK. Danach erscheint der Dialog zum Speichern.

Verzeichnisauswahl Speichern Dialog

Vorgeschlagen wird ein Datei­name, der mit Datum und Uhrzeit immer eindeutig, ansonsten aber nichtssagend ist. Den Teil „sattel“ sollten Sie deshalb durch eine aussagekräf­tigere Bezeichnung ersetzen. Sinnvoll ist es zum Beispiel, Unterverzeichnisse mit den Kundennamen anzulegen und „sattel“ durch den Satteltyp zu ersetzen. Hinweise zu unterschiedlichen Einstellungen sollten Sie vorher im Feld „Notiz:“ eintragen.
Gespeicherte Bilder öffnen Sie durch Anklicken des Ordnersymbols.

Nun wissen Sie fast alles, um das Optimum aus Ihrer Velometrik©-Sattelmatte herauszuholen.

Hingewiesen sei hier noch auf drei Details:

1. Wie oben erwähnt, können Sie nur Druckbilder vergleichen, die mit derselben Maske aufgenommen wurden. Um das zu kontrollieren, schalten Sie die Maskenanzeige mit der Checkbox „Maske“ ein.

2. Je nach persönlichem Geschmack können Sie sich die Druckbilder mit unterschiedlichen Kontraststufen anschauen. Je höher die Kontraststufe, umso weniger Farben werden verwendet. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Farben für jede Kontraststufe:

Kontraststufen

3. Durch Klicken auf das Landschaftssymbol exportieren Sie das Druckbild als JPEG-Datei, um es z.B. in eine Dokumentation einzubinden.